01 Nov. Sturm Adam hat uns in die Knie gezwungen – wir stehen vor dem Nichts und brauchen dringend eure Hilfe!
Was wir in den vergangenen Tagen erleben mussten, lässt sich kaum in Worte fassen. Innerhalb kürzester Zeit hat eine verheerende Flut unsere Auffangstation zerstört und uns vor eine Katastrophe gestellt, deren ganze Ausmaße wir noch immer nicht überblicken können. Was wir wissen: Wir haben nahezu alles verloren. Und die wirklich schwere Zeit liegt vermutlich noch vor uns.
Doch eines ist uns gelungen: Alle 20 Hunde und sechs der sieben Katzen konnten in Sicherheit gebracht werden. Eine unserer Katzen hat die Flut leider nicht überlebt. Dieser Verlust schmerzt uns sehr.
Ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Fluten
Gestern Morgen gegen 7 Uhr kam die Flut völlig überraschend. Innerhalb von nur anderthalb Stunden stieg das Wasser auf 1,20 Meter an.
Zu diesem Zeitpunkt waren meine Kollegin Herma und ihre Helferin Gabi vor Ort. Gabi verbringt seit Jahren jeden Herbst drei Monate mit ihrem Camper bei Herma, um sie bei der Versorgung der Hunde in unserer Station zu unterstützen.
Als das Wasser immer höher stieg und mit großer Kraft über das Gelände strömte, kämpften die beiden Frauen um das Leben unserer Tiere. Unsere Station verfügt über weitläufige Areale mit großen, schönen Hundeausläufen. Die Tiere in dieser Situation zu sichern, war eine enorme Herausforderung – besonders für zwei ältere Frauen, die sich durch das steigende und stark fließende Wasser kämpfen mussten.
Dass sie es überhaupt geschafft haben, grenzt an ein Wunder.
Zum Glück stand unser Tierschutztransporter ausnahmsweise bereits eine Woche früher als gewöhnlich auf dem Gelände. Wir waren mit meiner Familie in der Region im Urlaub und hatten den Transporter schon für unseren üblichen monatlichen Transport mitgebracht. Auch sämtliche Futterspenden hatten wir bereits ausgeladen.
Diese glückliche Fügung wurde zum entscheidenden Rettungsanker für unsere Tiere. So konnten die meisten Hunde in den Transporter gebracht und vor den Fluten gerettet werden.
Gegen 9 Uhr erhielt ich den Anruf von Herma. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits alle erreichbaren Tiere in Sicherheit gebracht. Eine verwilderte Katze hatte es leider nicht geschafft und war ertrunken.
Wir wollten helfen – doch niemand ließ uns durch
Ich machte mich sofort auf den Weg zur Station. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, ob weitere Regenfälle drohten oder das Wasser noch höher steigen würde.
Mehr als eine Stunde brauchten wir, um über Nebenstraßen überhaupt in die Nähe der Station zu gelangen. Die Straßen standen unter Wasser und wurden nach und nach gesperrt. Auch die Zufahrt zu unserer Auffangstation war nicht mehr passierbar.
Wir flehten darum, weiterfahren zu dürfen. Doch vergeblich. Die Einsatzkräfte ließen uns nicht durch. Während Menschen aus ihren Häusern und von Hausdächern mit Booten und Hubschraubern gerettet wurden, mussten wir unverrichteter Dinge wieder umkehren. Uns blieb nichts anderes übrig, als zu versuchen, die überflutete Region zu verlassen.
Was dann folgte, waren unzählige verzweifelte Anrufe bei Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz. Wir baten um Boote, um Unterstützung, um irgendeine Möglichkeit, unsere Tiere aus der Gefahrenzone zu bringen. Doch überall stießen wir an Grenzen. Niemand sah sich in der Lage, 20 Hunde zu evakuieren.
Das Tierheim in Dénia erklärte sich glücklicherweise sofort bereit, unsere Hunde aufzunehmen. Es fehlte jedoch an einer Möglichkeit, sie dorthin zu bringen.
Die Zeit lief uns davon. Und wir konnten nur hoffen, dass unsere Tiere die Nacht überstehen würden.
Zwei Kilometer durch das Wasser – weil wir unsere Tiere nicht aufgeben
Am Nachmittag gelang es mir, gemeinsam mit meinem Mann erneut in die Region zu fahren. Mit zwei großen Wasserkanistern, einer Powerbank und etwas Essen machten wir uns zu Fuß auf den rund zwei Kilometer langen Weg zur Station. Unterwegs mussten wir erneut mit der Polizei diskutieren und darum bitten, weitergehen zu dürfen.
Schließlich erreichten wir unser Ziel und konnten wenigstens das Nötigste erledigen.
Eine vollständige Evakuierung war an diesem Tag nicht mehr möglich. Deshalb nahmen wir zunächst die sieben Flaschenkinder mit. Wir transportierten sie in einem Eimer durch das Wasser zurück zu unserem Auto und dann weiter ins Ferienhaus.
Die Nacht verbrachten wir mit vier Fütterungsrunden. An Schlaf war kaum zu denken. Unsere Sorge galt den Tieren, die wir zurücklassen mussten.
Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es weiter.
Das Tierheim in Dénia hatte inzwischen einige ausgesprochen tatkräftige Helfer organisiert – darunter ein Kanu und ein Stand-up-Paddelboard. Ein engagierter spanischer Mitarbeiter des Tierheims verhandelte mit der Polizei, bis wir schließlich wieder ins Wasser durften, um die Tiere herauszuholen.
Es begann eine kräftezehrende Rettungsaktion: Hund für Hund brachten wir durch das Wasser, luden sie in bereitstehende Autos um und transportierten sie ins Tierheim. Anschließend durchsuchten wir auch die Nachbarschaft und konnten dort noch eine weitere Hündin retten.
Die verbliebenen Katzen sollen ebenfalls in Sicherheit gebracht und in einer Pension untergebracht werden.
Wir sind unendlich erleichtert, dass die Hunde fürs Erste gerettet sind. Doch gerettet zu sein bedeutet noch lange nicht, dass sie zur Ruhe kommen können.
Alles zerstört. Unsere Existenz steht auf dem Spiel.
Die Flut hat uns nahezu alles genommen.
Unser Haus, die Möbel, die Solaranlage, der Wasserspeicher und die Kläranlage sind zerstört. Wie schwer die Schäden an den Hundeausläufen und auf dem gesamten Gelände tatsächlich sind, können wir noch nicht einmal abschätzen.
Denn das Wasser steht weiterhin auf dem Grundstück. Sämtliche Abflüsse zum Meer sind verstopft, sodass es nicht ablaufen kann. Wann die Abflüsse gereinigt werden, ist ungewiss. Wir müssen damit rechnen, dass das Gelände noch zwei bis drei Wochen oder länger unter Wasser steht.
Auch unsere Fahrzeuge befinden sich noch dort: zwei Pkw, unser Tierschutztransporter und Gabis Camper. Wir gehen derzeit bei allen Fahrzeugen von einem Totalschaden aus.
Das Haus und die Solaranlage sind versichert. Bei den Fahrzeugen sieht es jedoch deutlich schlechter aus. Eine Erstattung orientiert sich in der Regel am Zeitwert und wird die tatsächlichen Kosten für Ersatzfahrzeuge voraussichtlich bei Weitem nicht decken.
Besonders hart trifft uns der Verlust unseres Tierschutztransporters. Erst vor Kurzem hatte er einen neuen Motor und einen Fahrtenschreiber bekommen. Auf dem Fahrzeug lasten noch 15.000 Euro Finanzierung, für die wir monatlich 550 Euro zuzüglich weiterer laufender Kosten zahlen müssen.
Gleichzeitig brauchen wir dringend einen Ersatz, denn ohne einen geeigneten Transporter können wir unsere Tiere nicht mehr zuverlässig transportieren und unsere Tierschutzarbeit kaum fortsetzen. Ein neues oder gutes gebrauchtes Fahrzeug inklusive Anschaffung und Umbau zum Hundetransporter wird uns voraussichtlich rund 40.000 Euro kosten.
Auch Gabi hat ihren Camper verloren. Sie wird sich mit einer Entschädigung zum Zeitwert kaum einen gleichwertigen Ersatz leisten können. Dazu kommen die beiden zerstörten Pkw, die Schäden an unserer Station und die Kosten für Unterbringung, Versorgung und medizinische Betreuung der Tiere.
Wir rechnen bereits jetzt mit einem Gesamtschaden von mindestens 100.000 Euro. Die genaue Summe lässt sich noch nicht beziffern. Vieles ist weiterhin überflutet, und erst wenn das Wasser zurückgegangen ist, werden wir das tatsächliche Ausmaß erkennen.
Wir haben einige Rücklagen. Doch diese sind für die laufende Tierschutzarbeit bestimmt – nicht dafür, eine Katastrophe dieser Größenordnung aufzufangen.
Wir können diese Last nicht allein tragen.





Unsere Hunde haben schon genug ertragen – jetzt brauchen sie uns mehr denn je
Bei unseren Hunden handelt es sich überwiegend um Tiere, die bei uns ihren Lebensabend in Sicherheit verbringen sollten. Viele sind alt, krank oder aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr vermittelbar. Sie haben oft schon mehr erlebt, als ein Tier erleben sollte.
Nun mussten sie auch noch die Angst und den Stress der Flut durchstehen. Statt in ihrer vertrauten Umgebung zur Ruhe kommen zu können, müssen sie sich jetzt in einem Tierheim zurechtfinden – gemeinsam mit vielen anderen Tieren, in einer fremden Umgebung und unter schwierigen Bedingungen.
Wir sind dem Tierheim in Dénia unendlich dankbar, dass es uns in dieser Ausnahmesituation so tatkräftig zur Seite steht. Ohne diese Unterstützung hätten wir die Evakuierung kaum bewältigen können.
Doch diese Lösung kann nur vorübergehend sein. Wir müssen dringend geeignete Unterkünfte für unsere Hunde finden. Unser Ziel ist es, insbesondere die alten und kranken Tiere so schnell wie möglich in liebevolle Pflegestellen zu bringen und nach Deutschland zu transportieren. Auch wenn die tierärztliche Versorgung und Medikamente dort deutlich teurer sind, wollen wir ihnen die bestmögliche Betreuung ermöglichen.
Für Ende nächster Woche konnten wir bereits einen Transporteur gewinnen, der einen Sondertransport für 23 Hunde und 20 Katzen durchführen wird. Diese Tiere hätten eigentlich schon an diesem Freitag reisen sollen. Nun müssen wir alles daransetzen, dass ihre Reise trotz der Katastrophe stattfinden kann.
Für die übrigen Hunde brauchen wir ebenfalls dringend eine Lösung. Sie können nicht über Monate im Tierheim bleiben.
Wir brauchen euch. Bitte lasst uns jetzt nicht allein.
Wir stehen vor einer Aufgabe, die uns körperlich, emotional und finanziell an unsere Grenzen bringt.
Wir müssen Unterkünfte organisieren, Tiere versorgen, Transporte ermöglichen, Schäden beseitigen und irgendwann eine neue Grundlage für unsere Tierschutzarbeit schaffen. Gleichzeitig laufen die finanziellen Verpflichtungen weiter – auch für Fahrzeuge, die wir möglicherweise nie wieder nutzen können.
Und während wir versuchen, irgendwie weiterzumachen, wissen wir noch immer nicht, wie groß der Schaden am Ende tatsächlich sein wird.
Deshalb bitten wir euch von Herzen um Hilfe.
Jede Spende, ob groß oder klein, kann jetzt einen entscheidenden Unterschied machen. Jeder Euro hilft uns, die Tiere sicher unterzubringen, ihre Versorgung zu gewährleisten und die dringend benötigten Transportmöglichkeiten wiederherzustellen.
Wenn ihr selbst nicht spenden könnt, helft uns bitte, diesen Aufruf zu teilen. Vielleicht erreicht er Menschen, die uns unterstützen können. Vielleicht findet sich dadurch eine Pflegestelle, eine Unterkunft, ein geeigneter Transporter oder jemand, der uns bei einem der vielen nächsten Schritte helfen kann.
Wir möchten nicht aufgeben. Nicht nach allem, was wir gemeinsam mit Herma, Gabi und unseren Helfern für diese Tiere aufgebaut haben. Und schon gar nicht jetzt, wo sie uns mehr denn je brauchen.
Wir haben unsere Station verloren. Wir haben unsere Fahrzeuge verloren. Wir haben einen Teil unserer Sicherheit und unserer Zukunft verloren.
Aber wir haben unsere Tiere gerettet. Und wir wollen für sie weitermachen.
Bitte helft uns, wieder auf die Beine zu kommen. Damit unsere Schützlinge auch in Zukunft einen sicheren Ort haben. Damit alte und kranke Tiere ihren Lebensabend in Würde verbringen dürfen. Und damit wir weiterhin dort helfen können, wo Tiere dringend auf uns angewiesen sind.
Von Herzen danke ich allen, die uns in dieser schweren Zeit unterstützen, an uns denken und unsere Geschichte weitertragen.
Mit verzweifelten, aber dennoch hoffnungsvollen Grüßen
Doreen von Denia Dogs e.V.



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